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Schule

Wo kommt die Wärme her?


Jedes Haus hat eine Heizung – ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder auch öffentliche Gebäude wie deine Schule. Dem Heizkörper im Klassenzimmer kannst du allerdings nicht ansehen, woher die Wärme kommt, mit der er den Raum heizt. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, die benötigte Wärme zu erzeugen. Und wie beim Strom lässt sich auch mit Wärme sparsam umgehen, wenn man ein paar kleine Tipps beachtet.

Wärme aus fossilen Brennstoffen

Am häufigsten wird in Deutschland Erdgas verbrannt, um Wärme zu erzeugen. Mehr als die Hälfte aller Haushalte heizt damit. Auch Öl ist noch ein verbreiteter Brennstoff für die Heizung. Den dritten fossilen Energieträger – Kohle – nutzt heute kaum noch ein Haushalt.

Ein klassischer Heizkessel erhitzt mithilfe eines Brenners Wasser, das dann durch die Heizkörper gepumpt wird. Hier gibt es die Wärme an den Raum ab und fließt zum Heizkessel zurück. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Fällt dir etwas auf? Vergleiche das einmal mit dem Tatort Kraftwerk. In einem Kraftwerk läuft ein ähnlicher Kreislauf ab, um Strom zu erzeugen.

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Clever heizen mit Fernwärme

Bei der Stromerzeugung bleibt Wärme übrig, die sich gut als Heizenergie nutzen lässt. Die Kraftwerke der Stadtwerke Düsseldorf haben in ihren Abhitzekesseln neben den Rohren, in denen der Dampf für die Turbine entsteht, noch weitere Rohre eingebaut. In ihnen wird auch Wasser erwärmt. Allerdings bei Weitem nicht heiß genug, um eine Turbine anzutreiben. Dieses Wasser wird als Heizungswasser an Düsseldorfer Häuser geschickt. Die Kraftwerke sind damit so etwas wie eine riesengroße Heizung, nur dass diese Heizung nicht ein einzelnes Haus, sondern ganz viele über Rohrleitungen mit dem Kraftwerk verbundene Häuser heizt. Diese Wärmeversorgung wird Fernwärme genannt. Die auf diese Weise versorgten Gebäude brauchen keine eigene Heizung. Die Fernwärme, die quer durch Düsseldorf geschickt wird, spart dadurch so viel Öl wie auf 4.000 Tanklastzüge passt.


Im Moment ist ungefähr jedes siebte Haus in Düsseldorf an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Zähl auf dem Schulweg doch mal die Häuser. Es könnte gut sein, dass das siebte mit Fernwärme beheizt wird.

Heizen mit der Sonne

Heizenergie kann auch entstehen, ohne dass irgendetwas verbrannt wird. Zum Beispiel kann auf dem Dach der Schule – oder eines kleineren Hauses – eine solarthermische Anlage installiert werden. In einem Solarthermie-Kollektor fließt Wasser durch mehrere Röhren. Die Sonne scheint auf die Röhren und heizt das Wasser auf. Das heiße Wasser wird dann durch ein Rohr geleitet, das durch einen Wasserspeicher führt. Hier gibt es die Wärme an das Wasser im Speicher ab. Das Wasser aus dem Speicher kann dann zum Heizen verwendet werden. Die Sonne reicht allerdings nicht aus, um ein Haus komplett zu beheizen. Daher ist eine Solarthermie-Anlage nur eine Zusatzheizung, die einen vorhandenen Heizkessel ergänzt.

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Wusstest du...? Wusstest du...?

Richtig heizen spart Energie

Mit ein paar kleinen Tricks lässt sich eine Menge Heizenergie sparen – egal ob zu Hause oder in der Schule. Hier einige Beispiele:

Heizung entlüften
Halte einmal ein Ohr an die Heizung und hör, ob sie gluckert. Das Gluckern bedeutet, dass sich Luft in den Heizungsrohren gesammelt hat. Der Heizkörper wird dann nicht mehr richtig warm und man muss ihn viel weiter aufdrehen. Jeder Heizkörper hat ein Ventil, an dem man die Luft ablassen kann. Das nennt man „Heizkörper entlüften“. Das kann der Hausmeister machen.
Die richtige Temperatur
Die Temperatur sollte richtig gewählt werden. Im Klassenzimmer soll es natürlich so warm sein, dass niemand friert. Zu Hause gibt es aber einige Räume, in denen es ruhig etwas kühler sein darf. Im Schlafzimmer oder selten genutzten Gästezimmern reichen 16 Grad aus. Im Badezimmer dreht man die Heizung am besten erst dann voll auf, wenn man duschen oder baden will. Nur ganz ausmachen sollte man die Heizung nicht. Denn ist ein Raum komplett ausgekühlt, braucht man sehr viel Energie, um ihn wieder warm zu bekommen.
Heizkörper nicht zustellen
Damit die Heizung die Wärme gut an den Raum abgeben kann, darf nichts davor stehen. Möbel oder Vorhänge, die die Heizung verdecken, kosten wertvolle Energie. Schulranzen oder feuchte Regenschirme gehören ebenfalls nicht direkt vor die Heizung.
Richtig lüften
Auch beim Lüften lässt sich Energie sparen. Sobald du das Fenster aufmachst, musst du die Heizung abdrehen. Und generell sollte das Fenster einmal kurz ganz geöffnet werden, statt es lange auf Kipp zu stellen. Dadurch geht weniger Wärme nach außen verloren. In den meisten Klassenzimmern ist das leider nicht möglich. Aber zu Hause kannst du diesen Tipp beherzigen.

Wusstest du?

… dass auch unsere Erde voller Energie steckt? Je tiefer man gräbt, desto Wärmer wird es. Denn das Innere unserer Erde ist heiß. Wie heiß, kann man bei einem Vulkanausbruch beobachten: Dann tritt glühende Lava aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Mit einer Erdwärmepumpe kann man die Hitze aus der Erde nutzen und zum Beispiel ein Haus beheizen. Das geht allerdings vor allem bei kleineren Häusern, die nicht zu viel Wärme verbrauchen.

Wusstest du?

… dass sich bei den meisten Heizungen eine Nachtabsenkung einstellen lässt? Die Heizung reduziert in der Schlafenszeit dann selbstständig die Temperatur um einige Grad. Das spart viel Energie. Frag deine Eltern, ob das bei euch auch geht!